Ein Team, das zusammenhält  

Seit einem halben Jahr ist Hagen Schöne Leiter des Malteser Hilfsdienstes in Bremen. Der ehemalige Chef der Rettungswache in Huchting hat den Staffelstab zum 1. Januar 2021 von seiner Vorgängerin Angelika Gabriel übernommen – in einer Zeit also, die corona-bedingt viele Herausforderungen mit sich brachte. Wir haben mit ihm über seine ersten sechs Monate als neuer Geschäftsführer der Malteser in Bremen gesprochen und auch einen Ausblick in die nahe Zukunft gewagt.

Herr Schöne, wie ist die Stimmung in der Geschäftsstelle der Malteser in Bremen in diesem Sommer? „Die Stimmung hat sich im Vergleich zum Winter spürbar verbessert. Ich denke, das geht uns in allen in vielen Lebensbereichen so. Die Inzidenzzahlen sind gesunken, die Tage sind wieder heller und freundlicher. Wir alle freuen uns über mehr zwischenmenschliche Kontakte und die Möglichkeit auch endlich mal wieder etwas gemeinsam zu unternehmen.“

Wenn Sie an den Winter zurückdenken – welche Herausforderungen hat die Pandemie für die Malteser in Bremen in dieser Zeit mit sich gebracht? „Ich schätze, da ging es uns wie vielen Organisationen. Wir mussten schon zu Beginn der ersten Welle unsere Arbeit neu organisieren. Unsere Mitarbeiter und ehrenamtlichen Helfer sind zur Sicherheit schon früh ins Homeoffice gegangen. Bei allen Turbulenzen der ersten Wochen, konnten wir dabei auch vieles lernen und neue Tools der Zusammenarbeit entdecken. Unserer IT-Abteilung in der Zentrale in Köln sind wir für die zuverlässige Unterstützung sehr dankbar. Besonders herausfordernd war die zuverlässige Organisation unseres Fahrdienstes für körperlich eingeschränkte Schülerinnen und Schüler während der Lockdowns und dazwischen. Die unterschiedlichen Phasen von Hybrid-Unterricht, Homeschooling und Präsenzunterricht haben auch von uns viel Flexibilität verlangt.“

Sie waren bis Ende letzten Jahres Chef der Malteser-Rettungswache im Bremer Stadtteil Huchting. Wie hat Corona die Arbeit und die Hilfseinsätze der Kollegen dort beeinflusst?  „Wir waren von Beginn an sehr gut mit Masken und Schutzanzügen ausgestattet. In diesem Punkt hat sich die bundesweite Organisation der Malteser mal wieder als wirklich vorteilhaft erwiesen. Wir sind in drei Monaten mehr als 150 Infektionstransporte gefahren. Die Einsätze in den Schutzanzügen waren körperlich natürlich belastend. Gleichzeitig hat sich die Zahl unserer Hilfstransporte während der Pandemie reduziert. Die Menschen waren mehr zu Hause. Es gab weniger Unfälle, weniger Arbeits- und Sportverletzungen.“

Seit einem halben Jahr sind Sie jetzt Geschäftsführer der Malteser in Bremen. Sind Sie schon in Ihrer neuen Rolle angekommen? „Erfahrungen in der Führung und Personalentwicklung konnte ich schon in meiner Zeit an der Rettungswache sammeln. Von daher war mir meine Rolle nicht ganz neu. Im Führungskreis aller Diensteleiter haben wir uns zudem unter meiner Vorgängerin bereits regelmäßig eng abgestimmt. Daran hat sich nicht viel geändert. Dennoch wusste ich natürlich nicht, wie der Alltag mit dem Team der Geschäftsstelle aussehen wird. Ich bin sehr froh, dass ich heute sagen kann: Es gibt auch hier keine großen Unterschiede zu der vertrauensvollen Zusammenarbeit an der Rettungswache.“

Das waren herausfordernde Monate. Was sehen Sie beim Blick in die nahe Zukunft? „Wir haben in den vergangenen Wochen viele neue Kolleginnen und Kollegen in Bremen begrüßen können. Unsere Seniorenhilfe kann in diesem Sommer endlich mit ihren Kreativ- und Kulturangeboten starten. In Bremerhaven erweitern wir unser Angebot für Demenzkranke und in der Ausbildung. Unsere Funktion als Stadtgeschäftsstelle innerhalb der Diözese Osnabrück entwickelt sich. Insgesamt sehe ich also optimistisch in die Zukunft – mit einem Team, das zusammenhält.“

 

Das Gespräch führte Andreas Schack.